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Kulinarisch Reisen – Slowenien – Ljubljana, Portoroz/Piran & Umgebung

Außergewöhnlicher Genuss in der Hauptstadt

Das besonders in der Altstadt malerisch wirkende Ljubljana bietet vielfältige kulinarische Angebote und hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Hotspot für Einheimische und Touristen entwickelt. Die gastronomische Vielfalt ist in der ´Reformationsstadt Europas´ dermaßen groß, dass man hier ganzjährig auf seine Kosten kommt. Dank professioneller Unterstützung durch Frau Sabine Wölke vom Slowenischen Fremdenverkehrsamt konnte ich den Stopover nutzen, um einen kurzen Blick auf die Tischkultur Ljubljanas zu werfen. Eine ausführliche Fortsetzung ist für eine weitere Ausgabe von Fibel! Gastro im Jahr 2018 geplant. Doch nun zu unseren beiden Empfehlungen mit ihren jeweiligen kulinarischen Highlights.

Ljubljana empfängt mich zwar mit Regen, trotzdem überwiegt die Vorfreude auf den Besuch des im September 2017 eröffneten 5-Sterne-Hotels InterContinental. Es ist das höchste Hotel in Ljubljana und beeindruckt von außen mit seiner durchgängigen Glasfassade. Nah an Altstadt und Hauptbahnhof gelegen, bietet die Gourmetküche im Rooftop Restaurant B. nicht nur einen atemberaubenden Panoramablick über die Stadt, sondern stilvolles Dining im 20. Stock mit angeschlossener B Bar und Bloom Lounge. Duško Bozic´, Assistant Director of Food & Beverage, präsentiert mir nach einem Glas Chardonnay zur Begrüßung das ausgewähle Abendmenü. „Der italienische Sternekoch Alfredo Russo war nicht nur maßgeblich an Gestaltung und Interieur des Restaurants beteiligt, sondern ist mit seinem Team auch für die kreative Küche im Frontcooking-Bereich verantwortlich.“ Hohe Kochkunst und edles Flair vereinen sich auch zwischen Antipasti und Dessert, wobei warmer Octopus, Golden Risotto, gegrilltes Black Angus Filet mit dreierlei Kartoffeln und das hausgemachte Schokoladensorbet das Sehen, Riechen und Schmecken tatsächlich zu einem Erlebnis werden lassen. „Unsere Tischkultur will Hotelgäste und Einheimische gleichermaßen begeistern. Es soll eine Art Willkommen bei Freunden sein. Feine Kost und erlesene Getränke, die im Gedächtnis bleiben und zum Wiederkommen animieren“ gibt mir Herr Bozic´ mit auf den Heimweg.

Freundlich begrüßt mich am nächsten Morgen Hotelmanager Zeljko Vrhovac im Zvedza Coffee Shop des im Zentrum befindlichen Hotels Slon. „Zugleich eine Lounge Bar, ist es für uns die perfekte Ergänzung zu unserem hauseigenen, ausgezeichneten Restaurant Slon 1552. Mit seinem kreativen Angebot und den langen Öffnungszeiten hat es sich zu einem angesagten Treffpunkt in Ljubljana entwickelt. Gleiches gilt auch für das Restaurant Slon 1552. Wochentags haben wir ein täglich wechselndes Mittagsmenü auf der Karte, dass neben Fleisch- & Fischgerichten auch vegetarische und vegane Speisen umfasst.“ Bestens gerüstet für Meetings & Events, Hochzeiten oder einfach einen erlebnisreichen Gastro-Abend bietet das Restaurant Slon 1552 die ideale Kombination aus traditioneller slowenischer Küche mit modernen mediterranen Einflüssen. „Montag bis Samstag kann man hier bis 23.00h slowenische Gastfreundschaft erleben. Besonders beliebt sind die von Küchenchef Sinisa Boric´ kreierten Degustationsmenüs, die ihren klangvollen Namen wie u.a. ´In der Umarmung der Gebirge´ oder ´Flucht ans Meer´ vollauf gerecht werden.“ Und auch sonst bietet das exklusive Hotel Slon mit seinen 170 exklusiven Zimmern alle Annehmlichkeiten, die einem die notwendige Abreise schwermachen.

Kulinarik an der Küste und im Hinterland

Knapp zwei Stunden später befinde ich mich bereits im Grand Hotel Portoroz. Auf professionelle Vermittlung von Stromberger PR/München (Frau Kanzler) empfängt mich dort im dazugehörigen Café Central Anja Kovačič, sympathische PR-Managerin der LifeClass-Gruppe. Sie arbeitet eng mit dem lokalen Tourismusverband um Direktor Igor Novel zusammen. Während eines ausführlichen Rundgangs durch das 5-Sterne-Ressort, führt sie mich bei einem ersten Gespräch in die Welt der gesunden Genüsse ihres Arbeitgebers ein. „Hier direkt am Meer, gelingt uns die ideale Kombination aus gesunder mediterraner Ernährung, lokaler Heil- und Kurtradition und gehobener Hotellerie.“ Mit verschiedenen Konzepten führt man insgesamt sechs Hotels, die sich alle an bzw. um die Hauptpromenade von Portoroz gruppieren. „Dabei kommt die Kulinarik unter dem Motto ´Modernees Istrien´ vollauf zur Geltung, doch dazu mehr, wenn wir morgen unser Vorzeige-Restaurant Istrian Tapas besuchen.“ Auch die Terme Portoroz läßt keine Wünsche offen, so dass nach Erleben und Erfahren zwischen Thalasso Center und Schwimmbadkomplex mit Thermomineralwasser aus dem Urmeer, die berühmte Salzblüten-Torte in der Konditorei Café Central nicht nur Naschkatzen wahre Freude bereitet.

Für rund zwei Stunden begleitet mich anschließend Frau Milka Sinkovič durch ihre Heimat, deutschsprechende Lehrkraft & Stadtführerin. Sehr versiert bringt Sie mir die Sehenswürdigkeiten von Portoroz und Piran nahe und hat zudem zahlreiche Insider-Informationen zum lokalen Gastro-Geschehen parat. Gut geschult, erfahren und unterhaltsam vermittelt sie außergewöhnliche Einblicke an der Hafenpromenade, bevor wir einen kurzen Abstecher zum Naturpark/Salinen von Sečovjlje machen. Weiter geht es dann nach Piran, der Perle an der slowenischen Adriaküste. Salz und Olivenöl sind auch hier inmitten der Sehenswürdigkeiten allgegenwärtig. Vorbei am Museum der Unterwasseraktivitäten, spazieren wir entlang der historischen Stadtmauer zum Stadtplatz mit Tartini-Denkmal (Geigenvirtuose), dem Venezianerhaus, der Domkirche des hl. Georg und zum Kap Madona, von dem man aus eine herrliche Prise Mittelmeer überschauen kann. Zurück geht es über den Platz des 1. Mai vorbei an versteckten Schönheiten, bevor ich mich Pirans gatronomischen Schätzen widme.

Auf Einladung von Frau Sarah Vuk Brajko besuche ich das Restaurant La Bottega Dei Sapori zwischen Venezianerhaus und Tartinis Geburtshaus gelegen. Hier, sozusagen in Wohnzimmer Pirans, setzt man vor allem auf frisch gefangenen Fisch (Sardinen, Makrelen, Seebarsch & Petersfisch), lokale Meeresfrüchte, Trüffel (schwarz und weiss) und das obligatorische Glas Wein aus der Region. Zusammen mit dem tollen Personal in Service und Küche umarmt einen Piran so auf anspruchsvolle Art und Weise. Im La Bottega Dei Sapori präsentiert das Team erfolgreich mediterrane Küche unter Verwendung slowenischer Produkte, die einen hohen Standard in Kombination mit erstklassiger Qualität bieten.

Mediterrane Geschmackserlebnisse

Nachdem wir die berühmte Salzblüten-Torte in der Konditorei des Café Central in Portoroz (Slowenisches Istrien) bereits gekostet haben, lädt mich Anja Kovačič, sympathische PR-Managerin der LifeClass-Gruppe am nächsten Tag zu einem weiteren Genusserlebnis ein: Wir besuchen gemeinsam das istrian bistro & Tapas Bar, um dort mittags modern und lokal eine Prise Mittelmeer zu geniessen. Küchenchef Marko Gorela und sein Team präsentieren dort unter dem allumfassenden Motto „Gut & Gesund“ istrische Küche in farbenfrohen Häppchen. „Unsere bunten Köstlichkeiten im Kleinformat stammen vorwiegend von lokalen Anbauern. Seebarsch-Carpaccio, Ziegenkäse und Marmelade oder Ombolo mit getrockneten Tomaten und Basilikum kommt aus der Region“ erklärt der Meisterkoch. Aus der reichhaltigen Speisekarte, lassen sich 3, 5 oder 7 Tapas nach Wahl zusammenstellen, aber auch diverse Hauptgerichte wie u.a. ´Boskarin Ramsteak´ wählen. Für den Ausklang sorgen die ´sladki tapas´ die süssen Tapas. „Und wer auch zuhause auf die Köstlichkeiten nicht verzichten möchte, kann in unserem angeschlossenen istrian market nach Herzenslust shoppen.“

In Einklang mit der Natur gezüchtet

Dr. Irena Fonda führt zusammen mit ihrem Mann das Unternehmen FondaDie Idee zu der von mir besuchten Fischfarm hatte bereits ihr Vater, der in diesem biologischen Projekt eine Art Lebenswerk sah. Heute verfügt das Ehepaar mit seinen Mitarbeitern über ein reichhaltiges Wissen und langjährige Erfahrung in der Aufzucht, Verarbeitung und dem Vertrieb von lokalen Fischspezialitäten und Meeresfrüchten. „An unserem Standort in der Nähe des Naturparks/der Salinen von Secovlje haben wir unseren Beruf und unsere Berufung gefunden. Die Miesmuscheln, Fettfische und Weißfische wie der Piraner Wolfsbarsch stammen aus zertifizierter biologischer Aquakultur. Alle Fische werden mit Bio-Futter von Hand gefüttert und später im Ganzen oder küchenfertig angeboten.“ Was früher nur bis in die nahe italienische Hafenstadt Triest verkauft wurde, findet dank moderner Versandmethoden und ständig wachsender Handelsbeziehungen heute weltweiten Absatz.

Istrische Dörfer im Hinterland

Bereits eine Viertelstunde von Piran/Portoroz entfernt locken alte, istrische Dörfer, weitläufige Olivenhaine, Weinberge und Obstgärten. Eine erste eigene Erkundung dieser Art führt mich zu Frau Ingrid Mahnič. Zusammen mit Sohn & Tochter und der Familie ihres früh verstorbenen Mannes betreibt sie den Bauernhof und das Weingut in Secovlje. Die Familie bietet slowenische Gastlichkeit pur, im Gewölbekeller kommen kleine und grosse Gruppen bei lokalem Wein und mediterranen Köstlichkeiten voll auf ihre Kosten. „Erfahrung, Wissen und engagierter Umgang mit der Natur und den lokalen Gegebenheiten sind unsere Stärke“ verrät Ingrid. „Was wir tun und was mein Sohn nach seinem Studium fortführen wird, machen wir mit konsequenter Überzeugung.“ Hier im submediterranen Klima, auf der leuchtend roten Erde (jerina), gibt es die perfekten Bedingungen für den Anbau von hochwertigem Öl, Wein und Gemüse als Grundstein einer gesunden Ernährung. Da fällt es leicht, sich von ausgezeichneten Weinsorten wie Rebula, Refosk oder Malvasier begeistern zu lassen.

Einen Tag später laden mich Jerneja Tratnik Lacovich und Demian Sem zu einer Fahrt in das Hinterland ein. Beide sind sie Experten und können mir viel über die Geschichte und den Tourismus in diesem Teil Sloweniens näherbringen. Zunächst geht es nach Truske zum ökologischen Weingut der Familie Rodica. Das moderne Anwesen ist im traditionellen istrischen Stil gebaut. Bei herrlichem Wetter lassen wir die wunderbare Aussicht auf uns wirken und werden im eindrucksvoll gestalteten Verkostungsraum von istrischer Kulinarik begleitend zu einer Weinprobe verwöhnt. Die Eltern und die drei Söhne sind zu Recht stolz auf auf ihre eigene Entwicklung, die einer fortlaufenden Geschichte über die Liebe zur Natur und zur Heimat gleicht. „Die Weinlinien zwischen Classic und Nature begleiten die lokalen kulinarischen Spezialitäten perfekt“ fügt Matic Rodica an. „Was mit einem kleinen Bauernhof begann, ist seit 2009 zertifiziertes Weingut und heute zugleich Raum für Business-Meetings und Konferenzen.“

Aber die Hügel im Hinterland verbergen noch ein weiteres Geheimnis, ein edles Geschenk der Natur: Trüffel. Sie gehören zu den gefragtesten Genüssen im slowenischen Istrien. „Zu selbstgemachten Nudeln passt Nichts besser als der heimische Trüffel, ganz egal ob weiss oder schwarz“ erzählt Trüffelsucher Zdenko Kocjančič aus Marezige, dessen Tochter Sara uns zuvor in der Nähe ihres Dorfes zu einer kurzen, interessanten Trüffelsuche mit eigens dafür ausgebildeten Hunden mitgenommen hat. Auch ihre Gastlichkeit im Anschluss ist überwältigend, es fällt schwer nach dem traditionellen Mittagessen bei Zdenko und seiner liebenswerten Familie wieder in Richtung Portoroz zu fahren.

Gutes zum Abschluss

Dort wartet noch ein letzter Höhepunkt der slowenischen Gastlichkeit auf mich. Mein Besuch zu einem ausgedehnten Mittagessen im 2010 eröffneten Restaurant Rizibizi von Küchenchef Tomaz Bevčič. Nach Ausbildung und Studienzeiten im In- und Ausland (u.a. in Italien) hat er sich mit einem Partner und seinem Team diesen Traum in Portoroz mit Blick auf die Bucht von Piran verwirklicht. „Ich versuche alle Geschmacksrichtungen der mediterranen Küche mit lokalen und regionalen Produkten kreativ umzusetzen“ unterstreicht der sympathische Kulinarik-Spezialist während unseres Interviews. Er bewahrt mit seinen innovativen Kreationen die Tradition der Gegend und führt sie moderat in die Moderne. Und zum hochwertigen Produkt gehört im mehrfach ausgezeichneten und prämierten Restaurant Rizibizi eine stets hochwertige Präsentation. „Das ist die ideale Ergänzung zu hoher Qualität, vollem Aroma und natürlichem Geschmack“, was ich nur wenig später beim formidablen Degustationsmenü zu 100% bestätigen kann.

Text: Frank Keil

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